Ihre Rechte als Autor


Das Verlagsrecht, als besondere Ausprägung des Urheberrechts regelt die vertraglichen Beziehungen zwischen Autor und Verleger. Zum einem räumt der Autor dem Verleger sein ausschließliches Recht der Vervielfältigung und Verbreitung bezügliches seines Werkes der Literatur oder Tonkunst ein. Zum anderen übernimmt der Verleger die Pflicht, das Werk zu verwerten nachdem ihm das Manuskript überliefert wird.  

 

Dieser Beitrag soll einen kleinen Überblick über Ihre Rechte als Autor und auch wichtige Eckdaten eines Vertrages erläutern.

Grundlagen des Verlagsvertrages

 

Die meisten Bestimmungen des Verlagsgesetzes sind dispositiv, d.h. sie müssen nicht zwingend in dem Vertrag zwischen Autor und Verleger ihren Niederschlag finden. Allerdings dient das Verlagsgesetz als Wertungsmaßstab und wird bei Meinungsverschiedenheiten als Inhaltskontrolle herangezogen.  

 

Im Rahmen des Verlagsvertrages räumen Sie als Autor dem Verleger das Verlagsrecht (Vervielfältigung und Verbreitung des Werkes) ein. Im Gegenzug verpflichtet sich der Verleger, das Buch herzustellen und zu vertreiben und Ihnen für die Einräumung Ihrer Rechte eine angemessene Vergütung zu zahlen. In dem Verlagsrecht “versteckt” sich auch die Pflicht, branchenübliche Marketingmaßnahmen bzw. Werbung zu betreiben, um den Absatz des Werkes zu fördern. 

 

Die Ausübung des Verlagsrecht erfolgt seitens des Verlegers auf eigenes Risiko, d.h. der Verleger tritt finanziell mit der Herstellung, dem Vertrieb und der Vermarktung in Vorleistung. Damit wird Ihnen als Autor aber auch das Vertrauen entgegengebracht, mit ihrem Werk entsprechende Erfolge erzielen zu können. 

 

Lizenzgebühren

Dass jedem Urheber für die Einräumung von Nutzungsrechten eine angemessene Vergütung zusteht, ist in § 32 des Urheberrechtsgesetzes fest verankert. Wie hoch eine angemessene Vergütung ist, wird jedoch nicht geregelt. Gemäß Absatz 2 des § 32 Urheberrechtsgesetzes ist es den Branchen selbst überlassen, eigene Vergütungsregeln aufzustellen. Diese dienen dann auch Gerichten als Maßstab.

 

Im Rahmen von belletristischen Werken wurde bei einer Hardcoverausgabe eine Lizenzgebühr in Höhe von 10 % für jedes verkaufte, bezahlte und nicht remmittierte Buch des Nettoladenverkaufspreises herausgearbeitet. Zwar ist es Verlegern möglich, von der Höhe der Lizenzgebühr abzuweichen, allerdings nur unter Angabe von besonderen Gründen (Erstlingswerk, niedriger Endkaufspreis etc.)

 

Eine Vergütung unter 8 % ist nur in außergewöhnlichen Ausnahmefällen gerechtfertigt. Als Beispiel werden ein erhöhter Kostenaufwand bei Herstellung des Buches angeführt.  

Vorschusszahlungen

 Ebenfalls sollten Sie stets auch eine Vorschusszahlung einfordern. Wenn der Verleger eine Vorschusszahlung tätigt, erfolgt die Auszahlung der prozentualen Vergütung erst dann, wenn der Vorschuss vollständig mit den Verkaufserlösen des Buches verrechnet werden kann (Breakeven).

 

Bei einer Vorschusszahlung sollten Sie beachten, dass Sie im Verlagsvertrag festhalten, den Vorschuss nicht zurückzahlen zu müssen. Denn die Gewissheit, dass der Vorschuss tatsächlich wieder eingespielt wird, haben Sie nicht und sollte nicht zu Ihren Lasten gehen. 

Vertragslaufzeit

 

 

Die Laufzeit des Vertrages bzw. Laufzeit der Rechteeinräumung ist ein weiterer wichtiger Punkt, der nicht unterschätzt werden sollte. Das Verlagsrecht kann bis zum Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist, also 70 Jahre nach Ihrem Tod eingeräumt werden. Diesbezüglich sollten Sie darauf achten, Ihr Recht nicht für die gesamte Dauer der gesetzlichen Schutzfrist einzuräumen

Nebenrechte

Verlage setzen in ihren Verträgen meistens auch voraus, dass sogenannte Nebenrechte eingeräumt werden. Um Nebenrechte handelt es sich u.a. bei dem Recht zur Verfilmung und/oder Übersetzung Ihres Werkes sowie die Veröffentlichung in einer anderen Ausgabe (Taschenbuch). Auch unter diesem Aspekt empfehle ich, den Vertrag aufmerksam zu lesen und zu überlegen, ob Sie wirklich all diese Rechte mit einräumen möchten. Eventuell haben Sie im Hinblick auf die Verfilmung ihres Werkes ein eigenes Netzwerk und möchten die Umsetzung selbst in die Hand nehmen. Dann sollte dieses Recht von einem Verlagsvertrag ausgeschlossen werden.