Ihre Rechte als Fotografin


Schnell auf den Auslöser gedrückt und fertig ist das Bild. Fotografieren ist durch Smartphones und Co. etwas sehr Alltägliches geworden. Umso wichtiger ist es als Fotograf seine Rechte an seinen Fotografien zu kennen. Mit diesem Artikel geben wir Ihnen einen Überblick über Ihre zentralen Rechte.

 

Die Basis für die folgenden Rechte ist das Urheberrecht. Der Fotograf ist der Urheber eines Bildes. Das Bild ist sein Werk und das wird durch das Urheberrecht geschützt. Liegen die rechtlichen Voraussetzungen vor, dann entsteht das Urheberrecht automatisch. Es braucht keinen Hinweis wie Copyright, Eintragung in einem Register oder ähnliches.

 

Nachdem ein Fotograf in der Regel auch Geld mit seinen Bildern verdienen möchte, sind besonders relevant, das Vervielfältigungsrecht (§ 16 UrhG), das Verbreitungsrecht (§ 17 UrhG) und das Ausstellungsrecht (§ 18 UrhG). Es gilt jedoch gerade bei der Durchsetzung der eigenen Rechte gegenüber eines Geschäftspartners mit Augenmaß zu agieren, wenn man nicht riskieren möchte, dass die Geschäftsbeziehung zerbricht. Deshalb ist es gut und wichtig sich im Vorfeld über seine eigenen Rechte zu informieren und die Nutzungsrechte festzulegen.

Vervielfältigung, Verbreitung, Ausstellung

 

 

Das Vervielfältigungsrecht ist das Recht, Vervielfältigungsstücke des Werkes herzustellen. Dazu zählen unter anderem weitere Fotoabzüge, das Abfotografieren eines Bildes, oder das Ausdrucken eines Fotos und auch das Posten im Internet sowie Speichern auf Datenträgern. Ob und wie eine Fotografie vervielfältigt werden darf, entscheidet die Urheberin.

 

Ebenfalls stellt der Urheber klar, ob und wie ein Bild verbreitet wird, § 17 UrhG. Möchte die Fotografin beispielsweise nicht, dass ihr Werk nicht öffentlich verkauft werden soll, dann ist das so.

 

Das Ausstellungsrecht gem. § 18 UrhG ist das Recht, das Original oder Vervielfältigungsstücke eines unveröffentlichten Werkes der bildenden Künste oder eines unveröffentlichten Lichtbildwerkes öffentlich zur Schau zu stellen.

 

Nutzungsrechte, Verwertungsrechte

 

Wenn eine Fotografin möchte, dass ihre Werke genutzt werden, dann kann sie hierfür Nutzungsrechte einräumen. Dabei kann und sollte sie auch genau festlegen, wie sie die Lizenzen ausgestalten möchte. Ein Artikel hierzu wird demnächst veröffentlicht.

Anerkennung der Urheberschaft

Ergänzend sei noch auf das Recht der Anerkennung der Urheberschaft hingewiesen. In § 13 UrhG wird klargestellt, der Fotograf ist zu nennen. Nur er kann bestimmen, ob sein Bild mit einer Urheberbezeichnung zu versehen und welche Bezeichnung - wie Künstlername -  zu verwenden ist. Auch wenn ein Kunde Geld für die Nutzung eines Bildes zahlt, sollte darauf nicht verzichtet werden. Schließlich ist jedes Bild mit Namensnennung auch Werbung und kann zu weiteren Aufträgen führen. 

Bearbeitungen / Umarbeitungen

Bearbeitungen oder andere Umgestaltungen eines Bildes dürfen auch nur mit Einwilligung des Fotografen gem. § 23 UrhG des bearbeiteten oder umgestalteten Werkes veröffentlicht oder verwertet werden.